Die Ruine der urpsrünglichen Burg aus dem XII.Jh., deren genauer Standort heute nicht mehr bekannt ist, diente als Grundlage für das im frühen XVI.Jh. neu erbaute Schloss von Montespieu. Es wurde im XVII. Jahrhundert umgebaut und von 1896 bis 1902 komplett renoviert. Eine "sanfte" Renovation ab 2002 bis heute erweckt dieses seit 1992 unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu neuem Leben. Mit seinen sieben runden Türmen, dem "Donjon" und dem Innenhof zeigt Montespieu Merkmale einer mittelalterlichen Festung neogotischen Stils.
Die Herrschaft von Montespieu gehörte ursprunglich den Rittern von Caudières, später der Familie D'Huc oder d'Hugues. Pierre IV., Sohn des Bauherrn, starb 1521 in Montespieu an der Pest.
Durch die Heirat seiner ältesten Tochter Catherine mit Jean de Padiès
ging die Herrschaft mit Ländereien an die Familie Padiès über. Erbstreitigkeiten nach dem Tode von Catherine führten zu einem langen Prozess.
Aus den Prozessunterlagen ist ein Inventar sowohl der Ländereien als auch der Gebäude erhalten geblieben, welches das Schloss in allen Details beschreibt. Dieses Dokument diente der Erbteilung : zwei Anteile sollten an die beiden Töchter gehen, zwei an Jacques de la Barre. François de Padiès erhob Anspruch auf acht Teile, die ihm durch den Gerichtsentscheid vom 28. Juli 1554 zugesprochen wurden. Streit um die Nachfolge gab es auch nach dessen Tod. Schliesslich erhielt sein Cousin, Jean de Nadal das universelle Erbrecht, entsprechend des 1565 aufgesetzten Testamentes. Montespieu wurde 1570 von der königlichen Armee geplündert und ausgebrannt.
. Jean de Nadal sollte eine wichtige Rolle spielen in den unruhigen Zeiten der Religionskriege. Er verhinderte unter anderem ein Massaker in Castres indem er sich in der Stadt hatte einschliessen lassen und Freipässe an die Kalvinisten verteilte. Nach seinem Tod ging Montespieu in den Besitz der Familie Toulouse-Lautrec, da Jean de Nadals älteste Tochter und Erbin mit Pierre de Toulouse-Lautrec verheiratet war. Seine Witwe, Margerite de Sales und eigentliche Erbin des Besitzes war vom Hauslehrer in einen Hinterhalt gelockt und zusammen mit der jüngsten der fünf Töchter und einer Magd auf brutale Weise erstochen worden.(Januar 1590). Im selben Jahr wurde Montespieu von der Garnison von Castres eingenommen.1592 erneut ausgebrannt und geplündert, verkaufte Pierre de Toulouse-Lautrec den Besitz um 1600 an Abel de Suc.Der neue Schlossherr von Montespieu war verwandt mit Sébastien de Mélou, einem der ersten Protestanten von Castres.
Im Jahre 1664 muss das Schloss in schlechtem Zustand gewesen sein, denn eine mit dem 17. September datierte Akte beschreibt die geplanten Arbeiten.. Auf die Familie Suc folgten die Scorbiac und schliesslich erwarb Antoine de Juge 1680 Montespieu und die dazugehörenden Ländereien.Während der Revolution wurde Montespieu beschädigt aber blieb dennoch relativ gut erhalten. Paul de Juge veranlasste unter der Leitung des Architekten Nénot eine gesamthafte Renovation (1896 bis 1902) Die protestantische Familie de Juge blieb im Besitz von Montespieu über drei Jahrhunderete lang, bis zum Tod von Henriette1964. Nach mündlicher Überlieferung wurde die letzte "Mademoiselle" de Juge von zwei weissen Ochsen zu Grabe getragen...
Es fehlen leider Dokumente über die neuere Geschichte, also nach dem Tod von Henriette bis heute. Ausser der eher dunklen unmittelbaren Vergangenheit -Montespieu war in den siebziger Jahren eine Diskotek !-steht es dem aufmerksamen Gast dieser Website zu, Elemente zur Wiederherstellung der geschichtlichen Kontinuität zu ermöglichen
Seit 2002 bin ich nun in diesen einzigartigen Ort hineingewachsen. Eine in sich ruhende Insel und doch mit der Welt verbunden. Ich bin stetig dabei, Montespieu zu neuem Leben und Würde zu führen.
Es ist mir ein Anliegen, meine Passion zu teilen.